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Nächste Veranstaltung:

25.05.2012
09:00 Uhr
Watt intensiv


Dauer: 2 Stunden
Treffpunkt:
Bänke beim Campingplatz Um Ost

Weltnaturerbe Wattenmeer

Das Wattenmeer trägt offiziell seit dem 29. Juni. 2009 die Auszeichnung "Weltnaturerbe". Es ist damit eine der weltweit ca. 180 schönsten Landschaften, vergleichbar mit Naturwundern wie z.B. dem Great Barrier Reef vor der Küste Australiens, der Serengeti in Tansania oder dem Grand Canyon in den USA.

Welterbestätten werden von der UNESCO, der Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation, ausgesucht. Sie sind nach deren Definition "Zeugnisse vergangener Kulturen und einzigartige Naturlandschaften, deren Untergang ein unersetzlicher Verlust für die gesamte Menschheit wäre. Sie zu schützen ist Aufgabe der Völkergemeinschaft"1

Das Gebiet des Weltnaturerbes

Das Gebiet, das sich Weltnaturerbe Wattenmeer nennen darf, erstreckt sich über die bestehenden Schutzgebiete im deutsch – niederländischen Teil des Wattenmeeres. In den Niederlanden beginnt dieses Gebiet bei der Stadt Den Helder. Im deutschen Wattgebiet, gehören die Nationalparke Niedersächsisches und Schleswig–Holsteinisches Wattenmeer dazu. Zusammen bilden sie eine Gesamtfläche von über 1 Mio. ha. Der Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer gilt bisher noch als Gebietsausnahme. Bei der Auszeichnung der restlichen Wattgebiete zum Weltnaturerbe meldete jedoch der Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer eine mögliche Nachnominierung der Region. Eine weitere Ausnahme ist das Gebiet im dänischen Teil. Das Anliegen Dänemarks war, erst den Nationalpark bei sich zu realisieren, um anschließend bei der UNESCO eine Anbindung an das Weltnaturerbegebiet zu beantragen.

Quelle: siehe 2

Die Bewertungskriterien der UNESCO

Die Eignung eines Naturraums, für den das Prädikat Weltnaturerbe beantragt wird, lässt sich anhand bestimmter Kriterien der UNESCO überprüfen. Das Wattenmeer erfüllte statt nur einem einzigen, sogar die folgenden drei Kriterien:

1. Geologische Entwicklung und Ausprägung der Landschaft (Kriterium VIII),
2. bedeutende ökologische und biologische Prozesse im Ökosystem (Kriterium IX) und
3. Artenvielfalt des Naturraums (insbesondere die internationale Bedeutung für den Vogelzug) bzw. die Erhaltung der biologischen Vielfalt einer Landschaft und eines Lebensraumes (Kriterium X).

Die geologische Entwicklung der Landschaft

Da das Wattenmeer sich erst in den letzten 8000 Jahren entwickelt hat, ist es ein noch sehr junges System. "Trotz seines geringen Alters können wir viel von der Erdgeschichte erfahren. Seine Entwicklung begann in der letzten Eiszeit (vor 10.000-12.000 Jahren) und geht ständig weiter. Bis heute und manchmal innerhalb weniger Tage kann man im Wattenmeer selbst erleben, wie die natürliche Dynamik die Landschaft immer wieder neu gestaltet."3

Die Kachelotplatte (westlich vor Juist) zeigt, dass auch für den ungestörten Ablauf von geomorphologischen Prozessen noch Platz im Weltnaturerbegebiet ist, da hier Ansätze der Inselentstehung klar erkennbar sind. Diese Dynamik wird dominiert durch Gezeiten, Windbelastungen, Sturmfluten, Wellen und andere Naturgewalten. Weltweit gibt es nur noch sehr wenige Gebiete, bei denen man so direkt Zeuge einer dynamischen Anpassung des Erscheinungsbildes innerhalb einer Generation werden kann.

Bedeutende ökologische und biologische Prozesse im Ökosystem

Das Wattenmeer ist einer der letzten verbliebenen Naturräume in Europa, in dem natürliche ökologische und biologische Prozesse, auch heute noch, ungestört ablaufen können. Durch die ständige Veränderung sind zahlreiche ökologische Nischen aufzufinden, die von Arten besiedelt werden, welche an extreme Umweltbedingungen angepasst sind.

"Die heutige Form des Wattenmeers ist in erster Linie das Ergebnis natürlicher Kräfte. Es gibt andere Küstengebiete mit ähnlichen Ökosystem-Funktionen, keines davon reicht jedoch im Bezug auf einen solch großen und zusammenhängenden Bereich intertidaler Lebensräume von derart hoher Vielfalt auch nur annähernd an das Wattenmeer heran."4

Artenvielfalt im Wattenmeer

Das letzte Bewertungskriterium beschäftigt sich mit der Artenvielfalt des Naturraums (Kriterium X). Das Wattenmeer ist reich an Lebensräumen. Dadurch ist eine Spezialisierung bzw. Einnischung der Lebewesen möglich, wodurch wiederum eine hohe Artenzahl begünstigt wird. Allein in den Salzwiesen sind rund 2300 Arten in Flora und Fauna zu finden. Die marinen Brackwassergebiete schlagen mit einer Artenzahl von 2700 Arten zu Buche. Aktuelle Artenzahlen für die Ostfriesischen Inseln sind 1.500 Pflanzenarten und über 8.000 Tierarten. Dies entspricht ¼ der deutschen Flora und 1/5 der deutschen Fauna bei einer Gesamtfläche von ca. 100km³ (0,3% der Gesamtfläche Deutschlands)5. Auf Grund dessen wird das Wattenmeer auch als "Brennpunkt" der biologischen Vielfalt bezeichnet. Zusätzlich leben hier auch viele bedrohte Arten.

Das Wattenmeer hat zudem aber auch eine außergewöhnliche internationale Bedeutung für Vögel als Rast-, Mauser- und Überwinterungsgebiet. Mehr als 6 Millionen Vögel halten sich in manchen Zeiträumen gleichzeitig in Wattenmeer auf. Es sind Arten des Ostatlantischen Vogelzugs. Ihre Brutgebiete Liegen in Sibirien, Skandinavien, Grönland und Nordostkanada. Auf ihrem Zugweg fliegen sie in Richtung Überwinterungsgebiete in Europa, Afrika oder sogar noch weiter südlich. Das Wattenmeer dient als eine Drehscheibe dieser Wanderbewegung. Man kann daher davon ausgehen, dass es bei einer schweren Beeinträchtigung des Wattenmeeres zu einem Biodiversitätsverlust von weltweitem Ausmaß käme.

Schutz im niedersächsischen Wattenmeer

Der niedersächsische Teil des Weltnaturerbegebiets unterliegt einem umfassenden Schutz und Management des Ökosystems. Durch die Ausweisung zum Nationalpark im Jahr 1986 bekam diese Region den höchsten Schutzstatus. Die "Besonderheit des Niedersächsischen Wattenmeers - Nationalpark ist die Tatsache, dass sämtliche Küstenlebensräume Niedersachsens incl. der Ostfriesischen Inseln, der letzten natürlichen Geestkliffts, der Küstenheiden und Eichenkrattwälder und das schwimmende Moor Teil des Nationalparks sind."6 Durch die Einteilung des Gebiets in drei Schutzzonen, kann ein optimaler Schutz von Natur und Landschaft sichergestellt werden. Es soll dadurch ein möglichst geringes Maß an negativen Auswirkungen erreicht werden.

Quellenverzeichnis

1 Niedersächsisches Ministerium für Umwelt und Klimaschutz

2 Das Wattenmeersekreteriat

3 Das Wattenmeersekreteriat

4 Nationalparkverwaltung Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer

5 Zahlen aus dem Artikel zum Weltnaturerbe Wattenmeer der Nationalparkverwaltung Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer

6 Nationalparkverwaltung Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer


   

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